
Datum: 21. Juni 2011
Als "bildungspolitischen Tiefschlag" haben die Landtagsgrünen die Weigerung der Landesregierung kritisiert, der mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichneten Göttinger Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule auch künftig ein Abitur nach 13 Jahren zu genehmigen. "Kultusminister Althusmann sollte sich dafür einsetzen, dass die erfolgreiche Arbeit der IGS Göttingen Schule machen kann und der ausgezeichneten Arbeit nicht weitere Steine in den Weg gelegt werden", sagten die schulpolitische Sprecherin Ina Korter und der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel heute (Dienstag) in Hannover.
Der Schulleiter Wolfgang Vogelsänger war in der heutigen Fraktionssitzung der Grünen zu Gast und stellte dort sein Konzept vor.
Die Grünen verwiesen darauf, dass sich auch Landes- und Kreistagspolitiker der CDU aus Göttingen für die Beibehaltung der "Abitur-nach-13-Jahren-Regelung" einsetzen. "Althusmann sollte auf seine Parteifreunde vor Ort hören!"
Das Konzept der IGS-Göttingen bestehe im Kern darin, die Schülerinnen und Schüler nicht nach Leistungsniveaus zu sortieren, sondern bis zum Ende der 10. Klasse in Tischgruppen gemeinsam mit- und voneinander lernen zu lassen, sagte Schulleiter Vogelsänger. Korter: "Dieses sehr erfolgreiche Modell der Tischgruppen ist dann in der bisherigen Form nicht mehr möglich. Das Abitur nach 12 Jahren zwingt die Gesamtschulen dazu, die Jugendlichen spätestens am Ende der 9. Klasse auseinander zu sortieren."
Mit einer Anfrage werden die Grünen die Zukunft der Göttinger Gesamtschule zum Thema in der kommenden Landtagssitzung machen. Sie wollen wissen, wie die Landesregierung das Konzept der preisgekrönten Schule bewertet und dessen Fortführung ermöglichen wird.