
NR. 324 der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Niedersächsischen Landtag
Datum: 6. September 2010
Die Landtagsgrünen fordern die Einrichtung von pädagogisch-psychologischen Unterstützungsteams für alle Schulen. "Viele Kinder sind mit erheblichen familiären oder sozialen Problemen belastet. Nur wenn die Schule sich um diese Probleme kümmert, sie ernst nimmt und die Kinder gezielt stärkt, kann sie erfolgreich sein, denn starke Kinder lernen besser", sagte die schulpolitische Sprecherin Ina Korter heute (Montag) in Hannover. Die Lehrkräfte bräuchten hierfür die Unterstützung von Schulpsychologen und Sozialpädagogen, die sich um psychosoziale Probleme von Schülerinnen und Schülern kümmern könnten. Ergänzt werden sollten diese Teams auch durch Gesundheitsfachkräfte.
Besonders dringend seien pädagogisch-psychologische Unterstützungsteams in sozial benachteiligten Wohnvierteln. Hier seien viele Familien durch die Arbeitslosigkeit der Eltern und andere Probleme schwer belastet. Nötig seien Unterstützungsangebote aber auch für alle Schulen. "Überall gibt es Kinder, die in ihrem Lernen erheblich beeinträchtigt sind, weil sie zum Beispiel die Trennung ihrer Eltern bewältigen müssen oder mit Pubertätskonflikten belastet sind", sagte die Grünen-Politikerin. Ziel sei es, schrittweise für durchschnittlich jeweils 500 Schülerinnen und Schüler ein bis zwei Stellen für Schulpsychologen und Sozialpädagogen zu schaffen. Zunächst sollten pädagogisch-psychologische Unterstützungsteams in Modellregionen erprobt werden.
Einen Antrag mit diesem Ziel haben die Grünen für die Landtagssitzung dieser Woche eingebracht.
Korter kritisierte, dass Niedersachsen bei der Versorgung mit Schulpsychologen im internationalen und im bundesweiten Vergleich Schlusslicht sei. Während es im Bundesdurchschnitt eine Schulpsychologenstelle für 19.000 Schüler gebe, sei es in Niedersachsen nur eine Stelle für 26.000 Schüler. Im Vergleich dazu gebe es zum Beispiel in Italien einen Schulpsychologen für 470 Schüler. Auch die Zahl der Beratungslehrer, die von Schülern bei Problemen ansprechbar sein sollten, sei bei weitem zu gering. "Im Durchschnitt haben die Beratungslehrer für jeden Schüler ganze 16 Sekunden pro Woche Zeit.", so Korter.