Springe direkt zu: Contentbereich, Hauptnavigation, Suche
Sie sind hier:
Die Landtagsgrünen haben der Landesregierung vorgeworfen, durch ihre Praxis der befristeten Einstellung und wiederholten Entlassung den Lehrkräftemangel in Niedersachsen zu verstärken. "Die Hire-and-fire-Mentalität der Regierung Wulff ist eine zusätzliche Gefahr für die Unterrichtsversorgung", sagte die schulpolitische Sprecherin Ina Korter am Dienstag (heute) in Hannover. Als Antwort auf ihre Kleine Anfrage hat das Kultusministerium jetzt mitgeteilt, dass von den 1.904 Vertretungsverträgen, die im Laufe des Schuljahres 2008/2009 geschlossen wurden, 1.134 Verträge – also rund 60 Prozent – im Sommer wieder auslaufen. Die vorläufigen Zahlen für das Jahr 2010 lassen eine ähnliche Entwicklung befürchten. Von den 1.838 Verträgen läuft die Hälfte (933) wieder nur bis zum Schuljahresende. Viele Lehrkräfte werden drei, vier oder in einigen Fällen sogar fünf Mal hintereinander eingestellt und wieder entlassen.
Korter spricht von einer "besorgniserregenden Entwicklung". Besonders die Tatsache, dass viele Lehrerinnen und Lehrer manchmal an derselben Schule über Jahre hinweg nur eine befristete Anstellung finden, müsse alarmieren, sagte die Grünen-Politikerin. "So kann der Lehrermangel, der besonders die Fächer Latein, Kunst, Musik, Physik, Mathe und Chemie trifft, nicht abgestellt werden!"
Um den Lehrerberuf wieder attraktiv zu gestalten, müsste den angehenden Lehrkräften mehr Planungssicherheit in ihrem Berufsfeld geboten werden, sagte Korter. Die Grünen-Politikerin erneuerte ihren Vorschlag, einen Teil der Vertretungskräfte in einem regionalen Vertretungspool anzustellen, um durch bessere Arbeitsbedingungen auch in der Fläche eine gute Unterrichtsversorgung zu gewährleisten.