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7. Januar 2010

Ina Korter trifft NABU Kreis Wittmund

Planungsfehler vermeiden durch frühe Beteiligung der Umweltverbände

Die Probleme mit der Realisierung der Ortsumgehung Bensersiel sind nach Ansicht der Landratskandidatin und Grünen-Landtagsabgeordneten Ina Korter zu weiten Teilen von der Landesregierung zu verantworten und hätten vermieden werden können. Wenn Umweltminister Hans-Heinrich Sander das Vogelschutzgebiet Norden-Esens fachlich korrekt abgegrenzt und der Landkreis es als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen hätte, dann lägen längst die Voraussetzungen vor, einen  Antrag auf Genehmigung der Umgehungsstraße mit Erfolgsaussicht zu stellen. Stattdessen hat man im Landkreis Wittmund auf die vollmundigen, aber juristisch nicht haltbare Erklärungen des Umweltministers verlassen und abgewartet. Die für die Ortsumgehung vorgesehenen Flächen seien nun wegen der naturschutzfachlich falschen Abgrenzung als „faktisches Vogelschutzgebiet“ weit strenger geschützt, als dies bei einer korrekten Ausweisung und Unterschutzstellung des Gebietes durch Untere  Naturschutzbehörde des Landkreises die der Fall gewesen wäre, so Ina Korter.

„Da Herr Sander uns dieses Problem eingebrockt hat, sollte er auch bei der Lösung helfen. Eine frühe Einbeziehung und Berücksichtigung der Umweltverbände hätte solche Schwierigkeiten vermeiden helfen können und möglicherweise immense Kosten gespart“, sagte Ina Korter jetzt im Gespräch mit Dave  Münster, 2. Vorsitzender des Naturschutzbundes im Kreis Wittmund. Martin Mammen,  Kreistagsfraktionschef der Grünen und Esenser Ratsmitglied, hatte das Gespräch organisiert. Der NABU  will nach Angaben Münsters erreichen, dass die für den 12.1. geplante Beschlussfassung über den neuen  Bebauungsplan verschoben wird. Das Land verlangt nach Information von Martin Mammen, dass die  Baumaßnahme bis Ende 2010 fertig gestellt ist. Andernfalls werden die Fördermittel verfallen. „In dieser  verfahrenen Situation kann nur das Land helfen, in dem der zeitliche Druck aus den Verfahren genommen  wird. Dies wird nur erreicht, wenn ein Aufschub in der Finanzierung gewährt wird “, so Korter.

Einig war man sich, dass grundsätzlich eine stärkere Einbeziehung der Umweltverbände auch bei  touristischen Planungen vonnöten sei. „Unser unverbautes Land, die einmaligen Naturräume müssen wir endlich auch als touristisches Potenzial erkennen und für den nachhaltigen Tourismus nutzen“, betonte Dave Münster. Korter möchte auch den Vertragsnaturschutz ausbauen. Als positives Beispiel dafür nannte sie den Wiesenvogelschutz, der in der Wesermarsch gemeinsam mit den Landwirten sehr erfolgreich sei und die Landwirte „halbwegs angemessen“ für ihre Bemühungen entschädige.