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15. November 2009

Stadtteileinrichtungen halten zusammen - der Sahlkamp kämpft für "seinen" Schulsozialarbeiter

Es war nur ein kleiner Schritt, der eines der zum "Sozialen Netzwerk Sahlkamp" geknüpften Seile durchtrennte – und schon fiel das Netzwerk im Stadtteil Sahlkamp in sich zusammen. Dies war eine der symbolträchtigen Aktionen von rund einhundertfünfzig Vertreterinnen und Vertretern aus vielen Sahlkämper Einrichtungen, die am vergangenen Freitag am Opernplatz für den Erhalt der Schulsozialarbeiterstelle an der Grundschule Hägewiesen demonstrierten. Die Stelle soll nach dem Willen der Landesschulbehörde nach mehr als einem Jahr hervorragender Arbeit abgezogen werden, weil die Schule formal kein Anspruch darauf hat, denn sie ist bisher keine Ganztagsschule. "Der Schulbezirk der Grundschule nimmt am Städtebauprogramm "Soziale Stadt Sahlkamp-Mitte" ab dem nächsten Jahr teil", so heißt es in einem Protestschreiben. Dieses haben die Einrichtungen, die in der Koordinationsrunde Sahlkamp organisiert sind, gemeinsam mit dem Schulelternrat vor der Kundgebung dem Kultusministerium überreicht. "Gerade in dieser Zeit wäre es fatal und unzumutbar für alle Menschen, den Sozialarbeiter aus formalen Gründen abzuziehen und den hohen Bedarf an sozialer Arbeit in dieser Schule zu ignorieren", heißt es weiter. Der Schulelternrat der Grundschule setzt darauf, dass die Einigungsstelle der Landesschulbehörde im dem seit einem halben Jahr schwelenden Konflikt einlenkt. Das Gremium tags voraussichtlich Anfang Dezember. Über zehn Jahre lang hat die Grundschule immer wieder einen Sozialarbeiter beantragt. Einig sind sich alle Beteiligten, dass der seit dem Sommer letzten Jahres eingesetzte Schulsozialarbeiter Christian Kerber hervorragende Arbeit mit den Kindern und deren Eltern leistet. Uwe Grunenberg, stellvertretender Schulelternratsvorsitzender, betont: "Unsere Grundschule hat jetzt den Weg in Richtung Ganztagsschule beschlossen. Wir erwarten vom Kultusministerium Weitblick und fordern, uns den eingeschlagenen Weg mit dem Schulsozialarbeiter weiter gehen zu lassen." Um diese Forderungen zu unterstreichen, hatte der Schulelternrat gemeinsam mit vielen Einrichtungen – unter ihnen drei Kirchengemeinden, viele Kindertagesstätten, der Stadtteiltreff Sahlkamp und freie Träger sozialer Arbeit im Stadtteil Sahlkamp – zu einer "Sahlkamp-Staffel" aufgerufen, die den gesamten acht Kilometer langen Weg von der Grundschule zum Kultusministerium zurücklegte. Dort überreichten die Eltern und pädagogischen Mitarbeiter nicht nur den Protestbrief, sondern auch mitgebrachtes Porzellan. Ihre Bitte an die Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann: "Beweisen Sie Herz und Weitblick und richten Sie im Sahlkamp keinen Scherbenhaufen an." Damit es dazu nicht kommt, bereitet Ina Korter, Mitglied des Niedersächsischen Landtags und bildungspolitische Sprecherin von "Bündnis 90/Die Grünen", eine Entschließung vor. Ihr Vorschlag, den Sie in ihrer Rede am Opernplatz vorstellte: sollte die Einigungsstelle negativ entscheiden, soll der Landtag in dem laufenden Petitionsverfahren eine Zwischenlösung beschließen, die den Verbleib des Schulsozialarbeiters garantiert. "Wir werden nicht locker lassen", so Schulelternrat Grunenberg, "bis diese wichtige pädagogische Arbeit an unserer Schule garantiert wird." Unterstützung für diese Position erhielten die Sahlkämp(f)er bei ihrer Aktion sowohl vom Bezirksbürgermeister Hans Battefeld als auch von Otto Stender, dem Begründer des "Mentor"-Vereins, welcher Leseförderung an Schulen betreibt. Die Sahlkämper Einrichtungen bereiten bereits die nächste Aktion vor: ein Auto-Korso soll am 27.November erneut die Strecke von der Grundschule Hägewiesen bis zum Kultusminsterium zurücklegen. Grunenberg: "Damit wollen wir eine Woche vor der Entscheidung der Einigungsstelle nochmals auf das brennende Thema aufmerksam machen."

 

Pressemitteilung herausgegeben von:

SPATS e.V.

Einrichtungen und Projekte der Selbsthilfe im Sahlkamp

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