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28. August 2009

Landesregierung tut zu wenig für den Wiesenvogelschutz

Korter: "EU-Verpflichtungen werden nicht eingehalten"

Die Landesregierung unternimmt zu wenig für den Schutz der Wiesenvögel in der Wesermarsch. So das Fazit der Nordenhamer Grünen-Landtagsabgeordneten Ina Korter nach der Beantwortung ihrer parlamentarischen Anfrage zur Situation des Vertragsnaturschutzes in der Stollhammer Wisch.

"Seit Jahren reicht die durchschnittliche Zahl der flügge werdenden Jungvögel pro Brutpaar beim Kiebitz und bei der Uferschnepfe selbst im Schutzgebiet Stollhammer Wisch nicht aus, um den Bestand zumindest auf dem bisherigen Niveau zu halten. In einem EU-Vogelschutzgebiet, das gerade wegen dieser Arten ausgewiesen wurde, muss das aber das Minimalziel sein. Immerhin ist Niedersachsen EU-rechtlich dazu verpflichtet, in den Vogelschutzgebieten für günstige Bedingungen zu sorgen", sagte Ina Korter.

Die in der Wisch unter Vertragsnaturschutz stehende Fläche sei ab 2006 sogar deutlich zurück gegangen, so Korter. Nach Meinung der Grünen-Abgeordneten gibt es dafür im Wesentlichen einen Grund: Die Vertragsbedingungen sind für die Landwirte nicht attraktiv genug. Wie aus der Antwort des Umweltministeriums hervor geht, soll die Entschädigung für Bewirtschaftungsauflagen pro so genanntem Leistungspunkt von derzeit 10,23 Euro auf 11,00 Euro pro Hektar erhöht werden. Außerdem wurde die Grundförderung von 90 auf 110 Euro pro Hektar angehoben. Ina Korter hält das für deutlich zu wenig: "Das ist kaum mehr, als der Ausgleich der allgemeinen Preissteigerung seit 2007. Ich befürchte, dass mit diesen mickrigen Anpassungen kaum weitere Landwirte zum Vertragsnaturschutz bereit erklären werden", meint Ina Korter.

Statt endlich für gute Lebensraumbedingungen der Wiesenvögel zu sorgen, müssten in der Antwort der Landesregierung wieder einmal die Rabenkrähen als Grund für den schlechten Bruterfolg herhalten. "Es gibt fundierte Untersuchungen, dass die "schwarzen Gesellen" keinen wesentlichen Einfluss haben. Außerdem wird im Monitoringbericht im Auftrag der staatlichen Vogelschutzwarte klar gesagt, was getan werden muss: mehr hochwertige Flächenschutzmaßnahmen", so Ina Korter.

Gerade in der Krise aufgrund viel zu niedriger Milchpreise sei der Vertragsnaturschutz für viele Landwirte nach Meinung der Grünen-Politikerin eine Chance. "Durch das Versagen der Landesregierung verlieren Landwirte und Wiesenvögel gleichermaßen", sagte Ina Korter.

 

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