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17. Juli 2009

GRÜNE: Neues Unterrichtsfach gegen„Komasaufen“ keine Lösung

Kritisch haben sich die Landtagsgrünen zum Vorschlag der Bundesdrogenbeauftragten Sabine Bätzing geäußert, ein neues Unterrichtsfach "Wohlfühlen" gegen den zunehmenden Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen einzuführen.

"Frau Bätzing macht es sich zu einfach, wenn sie glaubt, mit der Einführung eines neuen Unterrichtsfachs sei das Problem zu lösen", sagte die schulpolitische Sprecherin Ina Korter. "Schule ist heute mit dem Selektionsdruck, den überfrachteten Lehrplänen und dem Turboabitur selbst ein Teil des Problems".

Bereits heute sollten Lehrkräfte über die Fachinhalte hinaus schon über Gewaltprävention, Medienpädagogik, Anti-Raucher-Kampagnen und gesunde Ernährung unterrichten, so Korter. "Jetzt sollen sie auch noch das "Komasaufen" verhindern. Schulen können nicht jedes Problem, mit dem sich die Gesellschaft überfordert sieht, allein lösen; vor allem nicht ohne die nötige Unterstützung durch Fachkräfte, die erforderlichen Unterrichtsstunden und die öffentliche Anerkennung", so die Grünen-Schulpolitikerin.

Schule müsse zweifelsfrei Werte und Kompetenzen vermitteln. Gesundes Leben, Alltagskompetenzen, Gefahren des Drogenmissbrauchs, Erziehung und Pflege von Kindern, dies alles seien wichtige Inhalte, die endlich auch als Schwerpunkte in den Lehrplänen der bestehenden Schulfächer verankert werden müssten. Es sei aber nicht zielführend, wenn der Lebensweltbezug nur in einem separaten Unterrichtsfach berücksichtigt werde, während alle anderen Fächer sich auf Stoffvermittlung konzentrierten, erklärte Korter. "Ein neues Unterrichtsfach einführen und dort alle Probleme abladen, das ist zu wenig", so Korter.

 

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