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18. Mai 2009

GRÜNE wollen Ausbildung für alle

Mit Konzept DualPlus gegen Fachkräftmangel in Niedersachsen – „Jugendliche die VIPs der Zukunft!“

Die schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Ina Korter und die Grünen-Bundestagsabgeordnete Brigitte Pothmer haben am Montag (heute) in Hannover das Programm "DualPlus gegen Fachkräftemangel und für Ausbildung für alle" vorgestellt. Das Ziel ist es, Voraussetzungen für die Einrichtung von bis zu 10.000 neuen Ausbildungsplätzen zu schaffen, und so die Zahl der AltbewerberInnen in Niedersachsen in den nächsten Jahren auf Null zu setzen.

Neue überbetriebliche Ausbildungsstätten, die einen Ausbildungsvertrag mit den Jugendlichen abschließen, sollen zukünftig die klassische betriebliche Ausbildung ergänzen, sagten die Grünen-Politikerinnen.

Das Konzept sieht vor, die betrieblichen Anteile der Ausbildung über Praktika in verschiedenen Unternehmen sicherzustellen. Die Jugendlichen lernen so während ihrer Ausbildung verschiedene Unternehmen kennen. Kleinere Betriebe, die bisher keine komplette Ausbildung anbieten konnten, werden besser in die Berufsausbildung einbezogen. Die Ausbildung wird mit einer einheitlichen Abschlussprüfung der zuständigen Berufskammer beendet. Eine Modularisierung der Ausbildung soll für mehr Flexibilität sorgen. Zusätzliche Ausbildungsbausteine sollen den Erwerb der Fachhhochschulreife ermöglichen. Für SchulabbrecherInnen und Jugendliche mit Förderbedarf soll das Angebot an Produktionsschulen ausgebaut werden. Dort kann über praxisnahes Lernen der Schulabschluss nachgeholt werden.

Als Vorteile des Modells führten die Grünen-Politikerinnen an:

Mehr Ausbildungsplätze, mehr Vielfalt bei den Ausbildungsorten, anrechenbare Ausbildungsabschnitte, bessere Förderung für Lernschwächere und Einstieg in die akademische Ausbildung für Leistungsstärkere.

"Statt in einer vernünftigen Berufsausbildung landen heute immer noch viele Schulabgänger in unsinnigen und teuren Warteschleifen", kritisierten die Grünen-Politikerin. "Gleichzeitig herrscht Fachkräftemangel, der den Ausweg aus der Krise erschwert. Damit muss Schluss sein." Die Frage, ob junge Menschen eine gute Berufsausbildung erhielten oder nicht, dürfe nicht von Konjunkturzyklen, Wirtschaftskrisen und Strukturwandel abhängig sein. "Die wirklichen Very Important Persons der Zukunft sind unsere Jugendlichen mit ihrem Potenzial."

Für Niedersachsen forderten Korter und Pothmer als konkrete Maßnahme den bedarfsgerechten Ausbau überbetrieblicher Ausbildungsstätten, sodass es in jedem Landkreis mindestens eine solche Ausbildungsstätte gibt. Diese sollten bereits jetzt die Schlüsselfunktion übernehmen, für die Anrechnung der nach den Sommerferien beginnenden einjährigen Berufsfachschule und anderer Ausbildungsbausteine auf die Duale Ausbildung zu sorgen. Zudem forderten die Grünen-Politikerinnen von der Landesregierung die Einrichtung von mehr Produktionsschulen im Land.

 

Hintergrund:

Die Zahl der in Niedersachsen im März d.J. angebotenen betrieblichen Ausbildungsplätze sinkt nach Angaben des DGB gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Prozent.

Die Anzahl der Altbewerberinnen und Altbewerber, die im Berichtsjahr 2007/2008 vergeblich in Niedersachsen einen Ausbildungsplatz gesucht hätten, liegen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bei 31.441.

In Niedersachsen kommen nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung im Berichtsjahr 2007/2008 auf 100 BewerberInnen nur 67,6 gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen; damit liegt Niedersachsen unter den westdeutschen Bundesländern auf dem vorletzten Platz.

Durch den Wegfall des anrechnungspflichtigen Berufsgrundbildungsjahres in Niedersachsen zum kommenden Schuljahr könnten um die 2.000 Ausbildungsplätze in den Branchen Bau und Holztechnik fehlen.

 

Zusätzliche Information