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In einem Schreiben an die Zulassungsstelle bei der kassenärztlichen Vereinigung in Wilhelmshaven setzt sich die Nordenhamer Grünen-Landtagsabgeordnete Ina Korter für die Verlängerung der kassenärztlichen Zulassung des Tossenser Arztes Dr. Eckhard Schmalstieg ein.
Nach dem Willen des aus Ärztevertretern und Vertretern der Krankenkassen besetzten Gremiums soll der Tossenser Arzt seine kassenärztliche Zulassung in den nächsten Wochen nach Vollendung des 68. Lebensjahres verlieren. Eine Ausnahme sei nur möglich, wenn die ärztliche Versorgung in der Wesermarsch unter 75% liege, was jedoch nicht der Fall sei, argumentiert das Gremium bisher.
Ina Korter weist in ihrem Schreiben vor allem auf die besondere Situation des ländlichen Raumes mit langen Wegen und vergleichsweise schlechtem öffentlichen Nahverkehr hin. "Gerade den in ihrer Mobilität oftmals eingeschränkten älteren Menschen sollen ohne vernünftigen Grund deutlich längere Wege zum Hausarzt zugemutet werden. Das ist absolut nicht nachvollziehbar, zumal Dr. Schmalstieg gerne weitermachen würde", sagte die Nordenhamer Grünen-Politikerin.
Außerdem müsse der Kur- und Tourismusbetrieb in Butjadingen mit seinen jährlich rund 500.000 Übernachtungen berücksichtigt werden, so Korter.
Die Grünen-Abgeordnete greift die Zulassungspraxis bei den Ärzten auch grundsätzlich auf. "Es ist ja ohnehin eine Besonderheit, dass praktisch berufsständische Vertreter darüber entscheiden, ob und wie lange ein selbstständiger Arzt arbeiten darf. Gerade deshalb müssen die Bürgerinnen und Bürger einen besonders sensiblen Umgang mit dieser Macht erwarten können. In der Tossenser Situation,in der offenbar niemand aktuell für die Nachfolge bereit steht, erinnert mich das bisherige Verhalten der Zulassungsstelle an mittelalterliches Zunftgebahren", sagt Ina Korter.