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Das Grüne ABC zur Schulpolitik in Niedersachsen

Hier finden Sie umfassende Informationen zu Positionen von Bündnis 90/Die Grünen im niedersächsischen Landtag zum Bereich Schulpolitik. In Stichwörtern erhalten Sie die Aussagen zu den wichtigsten schulpolitischen Punkten. Den Grundsatz der Grünen Schulpolitik können Sie aufrufen.


A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  N  O  P  Q  R  S  T  U  V  W  X  Y  Z

 

A   Zum Anfang der Seite

Das Abitur nach Klasse 12 wird zum jetzigen Zeitpunkt in dieser Schulstruktur abgelehnt: Die Stundentafeln der Gymnasien wachsen dadurch ab Klasse 7 auf 33, 34 Wochenstunden und mehr. Ganztagsstrukturen fehlen an den Gymnasien weitgehend, die Schülerinnen und Schüler lernen nicht in der Lernumgebung und unter den Bedingungen (Mittagessen, Ruhezeiten, Bewegungszeiten..), die sie für motiviertes und erfolgreiches Arbeiten brauchen. Da die Hauptschulen und Realschulen nicht so viele Stunden Unterricht haben, ziehen die Gymnasialschülerinnen und –schüler ihnen schnell davon. Ein Wechsel von der Hauptschule oder der Realschule zum Gymnasium wird dadurch fast unmöglich. Die Durchlässigkeit nach oben wird massiv erschwert.
Antrag: Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur auf 12 Jahre aussetzen

Auslandsaufenthalte zum Beispiel im Rahmen eines Schüleraustauschs dürfen sich nicht auf das Gymnasium beschränken. Allen Schülerinnen und Schülern sollte die Möglichkeit gegeben werden, ihren Horizont durch das Kennen Lernen eines anderen Landes und einer anderen Kultur zu erweitern. 

 

B   Zum Anfang der Seite

Die klassische Benotung ausschließlich durch Ziffern, Zeugnisse und Zensuren lehnen Bündnis 90/ Die GRÜNEN ab. Nur Noten von 1 bis 6 zu verteilen reichen unserer Meinung nicht aus, den Lern- und Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler differenziert wiederzugeben.

Bündnis 90/ Die Grünen fordern die Einführung von Lernentwicklungsberichten, mit denen die individuelle Lern- und Leistungsentwicklung dokumentiert wird und welche die bisherige Benotung durch Zensuren bis zur 10. Klasse ersetzen. In ständiger Rücksprache mit Eltern, Lehrern und Schülern entsteht so ein Lern- und Leistungsbericht, der explizit auf Stärken und Schwächen hinweist und individuelle Verbesserungen würdigt.

Das Abschlusszeugnis, mit dem die Schüler die Schule verlassen, wird mit Noten ausgegeben, um die Vergleichbarkeit der Abschlüsse zu gewährleisten.

 

C   Zum Anfang der Seite

Die Schule muss heute nicht nur Chancengleichheit in dem Sinne gewährleisten, dass Arbeiterkinder, Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund, Kinder in ländlichen Regionen und besonders Mädchen die gleichen Chancen haben sollen, einen höheren Bildungsabschluss zu erreichen. Vielmehr hat sie darüber hinaus eine Schlüsselfunktion für die gesellschaftliche Integration von besonders benachteiligten Kindern. In Integrationsklassen muss die zunehmende Heterogenität innerhalb der Schülerschaft pädagogisch genutzt werden. Nach dem Ansatz der Inklusion besuchen alle Kinder selbstverständlich gemeinsam eine Schule für alle und werden dort gefördert.

 

D   Zum Anfang der Seite

Deutsch auf dem Schulhof? Wenn sich die Schulgemeinschaft unter Beteiligung der Lehrkräfte, Eltern und SchülerInnen entschließt, Deutsch als Pflichtsprache in der Schule und auf dem Schulhof  anzustreben, dann ist das richtig. Eine Verordnung von oben dazu lehnen wir ab, solche Entscheidungen müssen von allen an Schule Beteiligten getroffen und durchgesetzt werden.

 

E   Zum Anfang der Seite

Die Eigenverantwortliche Schule kann nur gelingen, wenn sie einerseits von einer professionalisierten Schulleitung geführt und wenn andererseits ihre Entwicklung von allen Beteiligten mitgetragen wird. Sie benötigt dafür eineVerfassung, mit der das Verhältnis zwischen der Schulleitung, den Lehrerinnen und Lehrern und den Vertretungen der Eltern sowie der Schülerinnen und Schülern demokratisch austariert wird. Das ist momentan der Schulvorstand. Er soll als zentrales Entscheidungsgremium der Schule über alle grundsätzlichen Fragen der Schulentwicklung entscheiden. Die Eigenverantwortliche Schule trägt die Verantwortung für die Qualitätsentwicklung. Sie stellt sich der externen Evaluation durch die Schulinspektion. Die Eigenverantwortlichen Schulen in Niedersachsen brauchen allerdings mehr pädagogische Freiheiten, als ihnen die Landesregierung zugestehen will, und sie brauchen ein professionelles Unterstützungssystem.

Ausführliche Informationen finden sich hier.

 

Erzieherinnenausbildung. Die Ausbildung der Erziehrinnen und Erzieher muss endlich wie in anderen europäischen Ländern auch stufenweise auf Fachhochschulniveau angehoben werden. Viel zu wichtig ist nämlich die Phase der frühkindlichen Bildung, da wissen wir zum Beispiel aus den Erkenntnissen der Hirnforschung.
Antrag: Qualifikation der Erzieherinnen erhöhen - für mehr Bildungsqualität der Kindertagessteätten

 

F   Zum Anfang der Seite

Frauen im Geschichtsunterricht

 

Unter 50 historisch bedeutsamen Persönlichkeiten, die zum historischen Basiswissen der Schülerinnen und Schüler gehören und in den Jahrgängen 5-10 an Gymnasien unterrichtet werden sollen, befinden sich nur 8 Frauen. Damit vernachlässigt der Lehrplan für das Fach Geschichte die frauenspezifischen Inhalte und verstößt gegen die Vorgaben des gender mainstreaming.


Bündnis 90/Die Grünen fordern, dass in allen Epochen exemplarisch handelnde Frauenpersönlichkeiten thematisiert werden und somit auch den Mädchen die Möglichkeit der historischen Identitätsbildung geboten wird. Die Schule darf nicht den Eindruck vermitteln, dass Geschichte nur von Männern gemacht wird.

Bündnis 90/Die Grünen unterstützten damit eine Petition, die mehr Frauengeschichte in den neuen Lehrplan Geschichte der Jahrgänge 5-10 an Gymnasien gefordert hatte. CDU und FDP lehnten das Ansinnen der Petentin ab.

Daraufhin hat die Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen 2009 einen Entschließungsantrag eingebracht, der ebenfalls von CDU und FDP abgelehnt wurde.

 

Förderschulen sind nicht nur sehr teuer, sie grenzen auch Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf aus. Stattdessen sollen Integrationsklassen eingerichtet werden. Nach und nach sollen Förderschulen aufgelöst und in die allgemein bildenden Schulen überführt werden, damit alle Kinder gemeinsam in eine Schule bis Klasse 9 gehen, denn sie lernen am besten miteinander und voneinander. Anfangen wollen wir damit in den Primarstufen.

Durch Frühkindliche Bildung soll eine gute Grundlage für ein erfolgreiches SchülerInnenleben gelegt werden. Um die Kinder schon vor dem Schulbeginn zu stärken, sollten die Kindertagesstätten zu qualifizierten Bildungseinrichtungen ausgebaut werden. Eine besondere Rolle spielt hierbei die Sprachförderung, insbesondere bei Kindern mit Migrationshintergrund.
Antrag: Frühe Sprachförderung intensivieren - Bildungschancen verbessern

 

G   Zum Anfang der Seite

Ganztagsschule

Ein Schulkind, das ein Gymnasium besucht, hat heute in der 8. Klasse 34 Wochenstunden. Das bedeutet, dass es an drei Tagen in der Woche erst nachmittags nach Hause kommt. Da für die Landesregierung Ganztagsschule den ganzen Tag lernen bedeutet, gibt es oft kein Mittagessen und auch kein ausreichendes Förder- und Freizeitangebot. Hat das Schulkind dann endlich Schulschluss, warten noch jede Menge Hausaufgaben, in bis zu acht Fächern am Tag.

Bündnis 90/Die Grünen fordern alle Schulen zügig zu echten Ganztagsschulen auszubauen, und nicht nur mit einem Minimalangebot und einem kleinen Budget ein paar Nachmittagsangebote zu schaffen, wie es die Landesregierung tut. Gebundene Ganztagsschulen müssen die Möglichkeit haben, den Schultag anders zu rhythmisieren.

Eine verbindliche Kernzeit von z.B. 8 bis 15 Uhr kann den zeitlichen Rahmen für kreative Lernformen und eine intensive Förderung aller Schülerinnen und Schüler abgeben. Die echte Ganztagsschule gestaltet ein attraktives Schulleben und nutzt die Öffnung zu außerschulischen Lernorten, zum Gemeinwesen und die Einbeziehung externer Expertinnen und Experten für vielfältige Lernmöglichkeiten. Die Schulen entwickeln einen Tagesrhythmus mit vielfältigen Lernangeboten, speziellen Förderangeboten, Phasen des eigenverantwortlichen Lernens, künstlerischen und sportlichen Angeboten und auch Ruhephasen und selbstverständlich mit einem gesunden, nach Möglichkeit ökologisch produzierten Mittagessen. Ein gutes Schulklima bietet den Rahmen dafür, dass Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern respektvoll miteinander umgehen. Über die Kernzeit hinaus können freiwillige Angebote gemacht werden.

 

Gesamtschulen:

Im Jahr 2003 führte die CDU/FDP Landesregierung ein Verbot zur Neugründung von Gesamtschulen ein. Erst 2008 wurde das Verbot gelockert, jetzt müssen bei einer Neugründung jedoch hohe Hürden genommen werden. So kann eine Kooperative Gesamtschule nur 4-zügig, davon mit mindestens 2 Gymnasialzügen, eine Integrierte Gesamtschule nur 5-zügig gegründet werden. Es muss außerdem die Möglichkeit geben, in erreichbarer Nähe (bis zu 1. Std. Fahrzeit) eine Schule des gegliederten Schulsystems zu besuchen.

Dies alles führt dazu, dass es vor allem in ländlichen Regionen kaum möglich ist, eine Gesamtschule neu zu gründen.Bündnis 90/Die Grünen fordern daher "Gesamtschulen" ohne Wenn und Aber. Sobald der Elternwille für eine Gesamtschule vorhanden ist muss die Möglichkeit bestehen eine Gesamtschule zu gründen.Die Gesamtschule kann in zwei unterschiedlichen Formen geführt werden.

Als Integrierte Gesamtschule oder als Kooperative Gesamtschule.

Bündnis 90/Die Grünen setzen auf das Konzept der Neuen Schule. Auf dem Weg dorthin entsprechen Integrierte Gesamtschulen diesem Konzept am weitgehendsten. Es müssen jedoch die nötigen Freiheiten für die Weiterentwicklung der pädagogischen Reformkonzepte gewährt werden.

In der Integrierten Gesamtschule (IGS) werden Schülerinnen und Schüler des 5. bis 13. Schuljahrganges unterrichtet, die IGS kann auch ohne gymnasiale Oberstufe geführt werden. Die IGS führt am Ende des Sekundarbereichs I zu Abschlüssen, die auch an der Hauptschule, der Realschule und dem Gymnasium vergeben werden. Der Erwerb des erweiterten Sekundarabschlusses I berechtigt zum Übergang in die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe. Die allgemeine Hochschulreife wird nach 13 Schuljahren erworben.

Im 5. bis 10. Schuljahrgang der IGS unterrichten Lehrkräfte der verschiedenen Lehrämter; im 11. bis 13. Schuljahrgang unterrichten im Regelfall Lehrkräfte mit dem Lehramt an Gymnasien.

Das für die IGS charakteristische Prinzip der Integration zeigt sich daran, dass Schülerinnen und Schüler eine Schule besuchen, nach einem gemeinsamen Lehrplan unterrichtet werden, am gemeinsamen Unterricht in mehreren Fächern und natürlich am gemeinsamen Schulleben teilnehmen. Die IGS ist aber auch eine differenzierende Schulform. Eine äußere Fachleistungsdifferenzierung durch Fachleistungskurse wird auf mindestens zwei Anspruchsebenen in Mathematik und Englisch ab 7., in Deutsch ab 8. und in den Naturwissenschaften spätestens ab 9. Schuljahrgang durchgeführt.

In der Kooperativen Gesamtschule (KGS) sind die Schulformen Hauptschule, Realschule und Gymnasium in einer Schule verbunden. Hauptschule, Realschule und Gymnasium werden dabei als Schulzweige geführt, die aufeinander bezogen sind. Das bedeutet, dass zwischen den Zweigen sowohl organisatorisch als auch pädagogisch eine weitgehende Abstimmung der Lernziele, - inhalte und -verfahren unter Beachtung der verschiedenen Anforderungen an die Schulabschlüsse stattfinden soll. Die KGS hat eine gemeinsame Schulleitung, eine gemeinsame Gesamtkonferenz und eine gemeinsame Eltern- und Schülervertretung sowie einen gemeinsamen Schulvorstand, gemeinsame Fachkonferenzen und gemeinsame Unterrichtsveranstaltungen. Der überwiegende Teil des Unterrichts wird jedoch in entsprechenden Klassenverbänden oder Lerngruppen der jeweiligen Schulzweige erteilt.

Übergänge zwischen den Schulzweigen sind grundsätzlich möglich, wobei ein Wechsel in einen (höheren) weiterführenden Schulzweig an bestimmte leistungsmäßige Vorraussetzungen gebunden ist.

Antrag: Den Elternwillen respektieren - Gesamtschulen bedarfsgerecht ausbauen

 

Das Gymnasium sollte nach Einführung einer gemeinsamen neunjährigen Neuen Schule erst mit der zehnten Klasse, also der gymnasialen Oberstufe beginnen. Eine vorherige Sortierung in angebliche Begabungsniveaus führt nicht zu den möglichen erreichbaren Leistungen in der Breite und vergeudet Talente, die sich später als bis Klasse 4 (heutiger Trennungszeitpunkt) entwickeln.
Nach erfolgreichem Abschluss der neunten Klasse an einer Neuen Schule, hätten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, in die gymnasiale Oberstufe zu gehen und nach dem 12. Schuljahr schließlich das Abitur zu absolvieren. Für die Oberstufe haben die Schülerinnen und Schüler wie bei den 3 Stufe der Neuen Schule jeweils zwischen 2 und 4 Jahren Zeit.

 

H   Zum Anfang der Seite

Die Hauptschule als isolierte Schulform hat im bildungspolitischen Konzept der Niedersächsischen Neuen Schule von Bündnis 90/Die Grünen keinen Platz mehr. Die Chancen von Hauptschulabsolventen eine Lehrstelle zu finden sind verschwindend gering. Weil die Hauptschule immer weniger in der Lage ist, die für gestiegene Anforderungen einer Berufsausbildung notwendigen Kompetenzen zu vermitteln, schicken immer weniger Eltern ihre Kinder auf diese Schule. Zudem ist es pädagogisch äußerst fragwürdig, zu behaupten, dass, wenn man die schwächsten Schüler nach Klasse 4 alle zusammen in die Hauptschule schickt und sie dort im geringeren Anforderungsniveau ohne Leistungsträger lernen lässt, eine bessere Förderung und Leistung erreicht werden könnte. Alle wissenschaftlichen Studien sagen das Gegenteil. Die heterogene Lerngruppe erzielt bessere Leistungen in der Breite und der Spitze.
Dringliche Anfrage: Welche Zukunft hat die Hauptschule in Niedersachsen?

 

I   Zum Anfang der Seite

Inklusion

Zahlreiche Studien belegen, dass der gemeinsame Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern für alle Schülerinnen und Schüler Vorteile hat und die sozialen Kompetenzen fördert. Trotzdem besuchen nur 4,7 % aller Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine integrative Schulform. Damit ist Niedersachsen bundesweites Schlusslicht.

Die Landesregierung von CDU/FDP hält seit Jahren an ihrem Konzept fest, Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf gesondert zu unterrichten.

Bündnis 90/Die Grünen wollen eine inklusive Schule und haben dazu im Januar 2009 einen Gesetzentwurf und einen Entschließungsantrag in den Landtag eingebracht, wie sie die UN-Konvention verlangt:

Inklusion bedeutet, dass grundsätzlich alle Kinder eine allgemeine Schule besuchen und dort optimal gefördert werden.Gemeinsamer Unterricht fördert das Verständnis füreinander und die sozialen Kompetenzen werden gesteigert. Von einem gemeinsamen Unterricht profitieren alle.

Die Schulen entwickeln Konzepte zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit zusätzlichem Förderbedarf in ihrem Einzugsbereich. Ressourcen für die Sonderpädagogik erhalten sie anhand ihrer Gesamtschülerzahl plus zusätzliche Mittel zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf. Die Klassengröße wird auf maximal 24 Schülerinnen und Schüler begrenzt. Ab dem Schuljahr 2010/11 sollen nach dem Vorschlag der Grünen die Förderschulen mit den Schwerpunkten Lernen, Sprache und emotionale und soziale Entwicklung aufsteigend in die allgemeinen Schulen integriert werden. Die Förderschulen mit den Schwerpunkten geistige Entwicklung, motorische und körperliche Entwicklung, Sehen oder Hören bleiben zunächst bedarfabhängig als Kompetenzzentren erhalten.

Eine Schule darf Schülerinnen und Schüler ohne die Zustimmung der Erziehungsberechtigten nicht mehr an Förderschulen überweisen.

=>Gesetzesentwurf: Gesetz zur Verwirklichung des Rechts auf Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in der Schule (06.01.09)

=>Antrag: Inklusive Schule verwirklichen – sonderpädagogische Förderung in den allgemeinen Schulen (06.01.09)

 

Die Zahl der Integrationsklassen in Niedersachsen muss erhöht werden. Da 85 % der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf auf Förderschulen geschickt werden, ist hier immer noch Aussonderung die Regel. Dem Niedersächsischen Schulgesetz entsprechend sollte den Eltern ein Wahlrecht zugestanden werden, ob ihr Kind an einer Förderschule oder einer allgemeine Schule unterrichtet werden soll. Davon würden sowohl förderbedürftige als auch leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler profitieren. Außerdem könnten in den Kommunen erhebliche Kosten eingespart werden, die durch den gesonderten Unterricht in den Förderschulen auf Grund von hohen Betriebs- und Beförderungskosten anfallen.
Dringliche Anfrage: Integrationsklassen gefährdet? - Schulpolitik auf dem Rücken der Schwächsten?

 

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K   Zum Anfang der Seite

Die Kindertagesstätten sollen zu qualifizierten Bildungseinrichtungen ausgebaut werden, in denen durch eine anregende Lernumgebung und gezielte Methodik jedes Kind in seiner motorischen, musischen, kognitiven, emotionalen und sozialen Entwicklung gefördert wird. Alle Kinder, insbesondere aber Kinder aus benachteiligten sozialen Verhältnissen und behinderte Kinder, werden gezielt gefördert. Außerdem sollte für Kinder aus Einwandererfamilien ein Sprachförderkonzept entwickelt werden, um sie frühzeitig und kontinuierlich zu fördern und zu integrieren.

Alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr erhalten einen Rechtsanspruch auf einen Ganztags-Kitaplatz. Die Kitas werden schrittweise zu Familienzentren ausgebaut. Hier werden die Eltern beraten und unterstützt und intensiv in die Arbeit der Kitas einbezogen.

Das letzte Kindergartenjahr vor der Einschulung soll kostenfrei angeboten werden. Die Qualität soll angehoben werden, z.B. in dem der Personalschlüssel verbessert wird und ErzieherInnen an Fachhochschulen ausgebildet werden.

Anträge:
Finanzierungskonzept für ein beitragsfreies Kita-Jahr entwickeln
Einkommensschwache Eltern bei Kita-Beiträgen entlasten und nicht belasten
Mindeststandards für Kindertagesstätten sichern

 

Bündnis 90/Die Grünen wollen sich für die Einführung eines Konfessionsübergreifenden Werteunterrichts in Niedersachsen einsetzen. Die rechtliche Situation, die einen solchen Unterricht momentan nicht zulässt, sollte überdacht werden.

 

L   Zum Anfang der Seite

Lehrerbildung. Die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer muss sich stärker dem Bedarf an den Schulen anpassen: Frühe Praxisorientierung, pädagogische Grundwissenschaften, Methoden, Diagnostik, Förderkompetenzen, Unterricht in heterogenen Gruppen, Beratungskompetenzen – das sind Schlüsselqualifikationen, die neben den fachwissenschaftlichen Kenntnissen von großer Bedeutung sind.
Antrag: Lehramtausbildung in Niedersachsen zügig reformieren

 

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Migranten – Bildungschancen

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund werden im niedersächsischen Schulsystem benachteiligt.

Während rund 40% der Jugendlichen eines Jahrgangs das Gymnasium besuchen, liegt der Anteil bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund lediglich bei 19,2 %. Demgegenüber sind sie an den Hauptschulen deutlich überrepräsentiert: 24,5% der Kinder aus Einwandererfamilien besuchen diese Schulform bei einem landesweiten durchschnittlichen Anteil von 13,5%. Eine häufig unzureichende Beherrschung der deutschen Sprache beeinträchtigt den Lernerfolg in nahezu allen Fächern. Statt der notwendigen durchgehenden Sprachförderung von Anfang an bis in die weiterführenden Schulen hinein hat die Landesregierung lediglich eine nicht ausreichende Sprachförderung vor der Einschulung für einige Kinder eingeführt. Zugleich wurde der herkunftssprachliche Unterricht gekürzt.

Jugendliche mit Migrationshintergrund haben erheblich geringere Chancen auf einen Ausbildungsplatz aufgrund fehlender oder niedriger Bildungsabschlüsse. Vor allem männliche Jugendliche mit Migrationshintergrund sind Verlierer auf dem Lehrstellenmarkt und besuchen oft perspektivlose Warteschleifen und Übergangssysteme.
Die im internationalen Vergleich starke Abhängigkeit unseres Bildungssystems vom Familienstatus beeinträchtigt zusätzlich den Bildungserfolg von Kindern aus Zuwandererfamilien, die häufig, auch wegen der Integrationshemmnisse, aus bildungsfernen und sozio-ökonomisch schlechter gestellten Elternhäusern kommen. Die mit der fehlenden Bildungserfahrung ihrer Eltern einhergehenden Defizite an der Beteiligung am schulischen Geschehen werden nur unzureichend kompensiert.

Bündnis 90/Die Grünen fordern daher Kinder mit Migrationshintergrund durch besondere Maßnahmen bestmöglich zu fördern und zu integrieren. Besondere Bedeutung kommt dabei der frühzeitigen Sprachförderung zu. So ist es sinnvoll, ein ganzheitliches Sprachförderkonzept in Kindergärten und Kindertagesstätten zu etablieren, mit dem die Sprachförderung im täglichen Ablauf der Einrichtungen verankert wird. Des Weiteren darf die  Sprachförderung nicht auf Kindergarten, Vorschule oder Förderkurse in Grundschulen beschränkt werden, sondern muss in den ersten 8 Schuljahren in allen Schulformen weitergeführt werden.

Herkunftssprachlicher Unterricht an Schulen soll bedarfsorientiert wieder aufgebaut werden und das Fremdsprachenangebot unter Einbeziehung der Herkunftssprachen gezielt gefördert werden.

Deutsch als Zweitsprache und interkulturelle Bildung müssen zu einem verpflichtenden Modul in der Lehrerausbildung werden und es muss die Möglichkeit für Fortbildungsangebote geschaffen werden.

Durch passgenaue  Angebote gilt es die Eltern von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund in die Lage zu versetzen, ihre Kinder besser unterstützen zu können und an das System Schule heranzuführen. Dazu gehören unter anderem Sprachkurse für Eltern und der Einsatz engagierter Eltern mit Migrationshintergrund als Lotsen für andere Eltern ihres jeweiligen Sprach- und Kulturraums.

Der Anteil von Migrantinnen und MIgranten in Bildungsberufen muss deutlich erhöht werden.

Antrag: Frühe Sprachförderung intensivieren - Bildungschancen verbessern

Mittagessen

An vielen Schulen in Niedersachsen gehört ein warmes Mittagessen immer noch nicht zum Alltag. Schulkinder müssen oft bis spät in den Nachmittag ihre Zeit in der Schule verbringen, ohne die Möglichkeit zu haben eine Mensa oder Cafeteria zu nutzen. Oft fehlt auch eine entsprechende Pausenregelung, die den Schülerinnen und Schülern genügend Zeit zum Essen lässt.

Steht doch ein warmes Essen zur Verfügung, ist es für manche zu teuer und gerade für Kinder von Hartz IV-Empfängern nicht bezahlbar.

Bündnis 90/Die Grünen fordern daher, dass das Mittagessen an allen Schulen zu einem finanzierbaren Preis angeboten wird. Kinder aus armen Familien sollen zudem kostenlos am Mittagessen teilnehmen können. Es darf nicht sein, dass Kinder aus finanziellen Gründen vom Mittagessen an Ganztagsschulen ausgeschlossen werden.   

Gut wäre, wenn das Mittagessen eine ausgewogene Ernährung bietet mit möglichst regionalen, saisonalen und biologischen Produkten. Das Angebot soll Rücksicht auf religiöse Vorgaben (z.B.: kein Schweinefleisch) nehmen.

 

 

N   Zum Anfang der Seite

Bündnis 90/Die Grünen warnen vor unseriöser Nachhilfe in Niedersachsen. Mit Hilfe der Organisation "Applied Scholastics" versucht die Sekte Scientology den niedersächsischen Nachhilfemarkt zu unterwandern, um ihre Ideologie zu verbreiten. Den Eltern wird angeraten sich intensiv über Nachhilfeinstitute zu informieren, bevor sie ihre Kinder dorthin schicken. Im Zusammenhang mit Aktivitäten solcher Institute fordern die niedersächsischen Grünen ein Qualitätssiegel für Nachhilfezentren.

Anfrage (noch nicht im Netz)

Neue Schule (siehe Niedersächsische  Neue Schule)

An die Stelle der klassischen Benotung durch Zeugnisse und Zensuren können zum Beispiel Lernentwicklungsberichte oder Portfolios treten, die die Leistungsentwicklung und den Leistungsstand differenzierter wiedergeben können. Vorraussetzung ist, dass die Bildungsziele erreicht werden und die Vergleichbarkeit der Abschlüsse gegeben ist.

Notengebung  > Benotung

 

O   Zum Anfang der Seite

Orientierungsrahmen

Schulen sind in ihrem Stadtteil, ihrer Gemeinden umgeben von verschiedenen wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen, religiösen und sportlichen Einrichtungen. Durch eine Öffnung der Schule nach außen und ein ganztägiges Schulangebot werden Chancen zur Kooperation geöffnet. Die Schule im Stadtteil, in den Gemeinden gehört zu den Menschen, die dort leben, und darf nicht von ihnen getrennt werden.

 

P   Zum Anfang der Seite

Produktionsschulen sind Schulen, in denen Jugendliche meist ohne Abschluss einerseits praxisorientiert lernen und versuchen, einen Schulabschluss zu erlangen, andererseits unter marktähnlichen Bedingungen lernen, Produkte herstellen, die verkauft werden, oder Dienstleistungen anbieten, die bezahlt werden müssen. Dafür erhalten die Schülerinnen ein Ausbildungsgeld.

Bündnis 90/ Die Grünen halten Produktionsschulen für eine gute Alternative gegenüber fruchtlosen Warteschleifen ohne Abschlüsse für Jugendliche, die keine Lehrstelle bekommen haben.

 

Q   Zum Anfang der Seite

Qualitätssicherung

 

R   Zum Anfang der Seite

Die Realschule hat im bildungspolitischen Konzept von Bündnis 90/Die Grünen mit der neunjährigen Neuen Schule keinen Platz mehr. Es sollte keine Sortierung der Schülerinnen und Schüler stattfinden. Bis zur neunten Klasse ist es vorgesehen, alle Schüler auf einer Neue Schule zu unterrichten.

Rechtschreibreform

Referendariat  Antrag: Lehramtausbildung in Niedersachsen zügig reformieren

Region des Lernens

Der Religionsunterricht an den niedersächsischen Schulen sollte durch einen Konfessionsübergreifenden Werteunterricht ersetzt werden.

 

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Schulstruktur

Die CDU/FDP Landesregierung hält an der selektiven Schulstruktur fest. Auch in den kommenden Jahren bleiben alle Formen des dreigliedrigen Schulsystems erhalten. Bündnis 90/Die Grünen fordern in ihrem bildungspolitischen Konzept der Neuen Schule für Niedersachsen die Abschaffung der Selektion nach Klasse 4. Alle Kinder sollen gemeinsam bis zur neunten Klasse unterrichtet werden und sich erst danach für eine gymnasiale Oberstufe oder berufliche oder berufsbezogene Ausbildung entscheiden.

 

Schulinspektion 

Regelmäßige Berichte müssen vorgelegt  und die notwendigen Konsequenzen gezogen werden. Sie sollen nicht nur die Arbeit der einzelnen Schulen, sondern das Schulwesen insgesamt evaluieren.

Die Schulinspektion berichtet über das Erreichen der Qualitätsziele des niedersächsischen Schulwesens.

Die zum Teil ernüchternden Ergebnisse der niedersächsischen Schulinspektion legen nahe, dass starker Handlungsbedarf bei der Modernisierung des Unterrichts, der Lehrer Aus- und Fortbildung und der Einrichtung eines professionellen Unterstützungsangebots für die Schulen besteht.

Die Schulen brauchen nach einer erfolgten Inspektion Unterstützung. Wir brauchen eine Qualifizierungsoffensive für die Lehrkräfte zur Verbesserung der Unterrichtsqualität und ein bedarfsgerechtes Beratungs- und Unterstützungssystem aus einer Hand.

Die Landesregierung bleibt jedoch tatenlos und versucht stattdessen, die Kriterien für weitere Inspektionen so umzustellen, dass die Mängel nicht mehr so deutlich werden. Bündnis 90/Die Grünen fordern deshalb, die Schulinspektionen als unabhängige Qualitätsagentur einzurichten und weiter fortzuführen.

Antrag: Schulinspektion rechtlich verankern

 

Das Sitzenbleiben kostet das Land Niedersachsen jährlich 80 Millionen Euro. Es sollte abgeschafft und die frei werdenden Mittel für Förderkonzepte eingesetzt werden. Die Unterschiedlichkeit von Kindern und Jugendlichen sollte respektiert und als Grundlage für die pädagogische Arbeit dienen. Wenn Lehrkräfte nicht mehr entscheiden müssen, welche Schülerinnen und Schüler nicht in diese Klasse oder Schule gehören, können sie mit mehr Ruhe an die Fragestellungen, Themen und Übungen im Unterricht herangehen.
Antrag: Schule ohne Sitzenbleiben

Eine frühzeitige Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund ist eine immens wichtige Voraussetzung für einen gelungenen schulischen Werdegang und eine erfolgreiche Integration in unsere Gesellschaft.
Angtrag: Frühe Sprachförderung intensivieren - Bildungschancen verbessern

 

T   Zum Anfang der Seite

U  Zum Anfang der Seite

Unterrichtsversorgung:

Seit Jahren behauptet die Landesregierung die Unterrichtsversorgung liege bei 100%. Erfahrungsberichte von Lehrern, Eltern, Schülerinnen und Schülern sagen das Gegenteil. Immer wieder kommt es zu Unterrichtsausfällen. Vor allem naturwissenschaftliche Fächer sind davon auch längerfristig betroffen.Leidtragende sind wie immer die Schülerinnen und Schüler. Sie müssen die zentralen Abschlussarbeiten schreiben, obwohl ein Teil des nötigen Unterrichts manchmal gar nicht erteilt wurde.

Die Ursachen des Problems sind fehlende Lehrkräfte,weil eine vorausschauende Planung für so genannte Mangelfächern fehlt,weil zu wenig Referendarstellen eingerichtet wurden,weil es  Schwierigkeiten gibt, ausreichend viele Feuerwehrlehrkräfte schnell am richtigen Ort zu haben und einsetzen zu können.

Zudem gleichen jetzt viele Lehrerinnen und Lehrer ihre Arbeitszeitkonten aus, für die sie in den vergangenen Jahren unbezahlte Mehrarbeit geleistet haben, ohne dass die Landesregierung für den nötigen Ersatz sorgt.Die volle Unterrichtsversorgung muss in allen Schulformen gewährleistet sein. Bündnis 90/Die Grünen fordern deshalb, dass alle durch Pensionierung frei werdenden Stellen wieder besetzt und die durch die Rückzahlung der Lehrerarbeitszeitkonten benötigten Stellen geschaffen werden.

Um kurzfristige Verträge von Feuerwehrlehrkräften mit Kündigungen zu den Ferien zu vermeiden und so ausgebildete Lehrkräfte für die niedersächsischen Schulen zu erhalten, schlagen Bündnis 90/Die Grünen die Einrichtung von regionalen Vertretungspools vor.

 

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Zensuren > Benotung

Zentralabitur

Die Grüne Schulpolitik in Niedersachsen macht es sich zur Aufgabe Zukunftsfähige Bildung zu sichern. Die Aufgaben der Schule dürfen nicht auf die Qualifikation für die Erwerbstätigkeit reduziert werden. Die Schule muss die Kinder vielmehr auf die eigenverantwortliche Gestaltung ihres Lebens vorbereiten, in dem diese die Fähigkeit entwickeln müssen, ihren Weg in einer individualisierten Gesellschaft zu finden und auch Brüche im eigenen Lebenslauf zu bewältigen. Das Lernen in der Schule muss sich stärker auf die Lebenswirklichkeit der Kinder und ihre Zukunftsprobleme beziehen.

Zusätzliche Information

Grundsatz Grüne Schulpolitik in Niedersachsen