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16. August 2004

Mit Dreigliedrigkeit wird Niedersachsen nie zum PISA-Siegerland - Unterrichtsversorgung nur durch vergrößerte Klassen gehalten


Als "selbstgefälligen Prahlhans" hat die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ina Korter Kultusminister Bernd Busemann nach seiner heutigen (Montag) Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn bezeichnet. "Es ist schon einmalig, die Rückkehr zu einer antiquierten Schulstruktur als umfassendste Schul- und Bildungsreform in der Geschichte des Landes verkaufen zu wollen", sagte die Grünen-Politikerin. Die Folgen der ideologiegeleiteten
CDU-Schulpolitik müssten jedoch die Kinder ausbaden.
Mit der verschärften Dreigliedrigkeit des Schulsystems werde die Durchlässigkeit nach oben weiter verringert. "Durchlässigkeit wird es nur nach unten geben. Es ist abzusehen, dass viele Schülerinnen und Schüler schon in wenigen Jahren gezwungen werden, die jetzt von ihnen angewählte Schulform wieder zu verlassen und auf eine Real- oder Hauptschule zu wechseln", sagte Korter. "Zu einem PISA-Siegerland wird Niedersachsen mit der Dreiglied-rigkeit nie werden."
Nur mit Rechentricks könne die Landesregierung ihr Wahlversprechen einer vollen Unterrichtsversorgung einhalten. "Zum neuen Schuljahr werden die Klassenfrequenzen an Realschulen, Gymnasien und Gesamtschulen deutlich heraufgesetzt und Lehrerstunden pro Klasse gekürzt. Nur so kann die Unterrichtsversorgung rechnerisch bei 99,6% gehalten werden," sagte Korter. Ohne diese Absenkung des Unterrichtssolls läge auch die neue Landesregierung – genau wie ihre Vorgängerin - nur noch bei einer Unterrichtsversorgung von ca. 97%.

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